Die Menschheit inhaliert Nikotin bereits seit einer sehr langen Zeit – mindestens seit 5.000 Jahren, wahrscheinlich sogar länger. Alles nahm seinen Ursprung in Südamerika, ursprünglich im Rahmen religiöser Rituale, später dann als Genussmittel. 1560 erreichte der Tabak dann Europa und bis zur Mitte des 17. Jahrhunderts war die Verbreitung fast weltweit fortgeschritten.

Während dieser langen Zeitperiode war die Hauptform des Tabakkonsums das Pfeifenrauchen. Die ältesten bekannten Pfeifen waren Schmuckobjekte, deren Köpfe von Hand aus Stein geschnitzt und dann poliert wurden; viele wurden zudem mit aufwändigen Mustern graviert. Pfeifen aus Stein zu schnitzen ist jedoch ein ziemlich langwieriger Prozess und als das Rauchen in Gesellschaft zur Mode wurde, begann man, nach einfacheren Lösungen zu suchen. Die Antwort darauf waren Tonpfeifen, wie sie zuerst von Amerikanischen Ureinwohnern und später von den Europäern benutzt wurden. Bis Mitte des 19. Jahrhunderts wurde der Großteil der in Europa benötigten Pfeifen aus Ton gefertigt.

Tonpfeifen waren zwar günstig, doch sie waren auch zerbrechlich. Bald schon sahen sich die Pfeifenmacher Europas nach langlebigeren Materialien um. Im 18. Jahrhundert wurde Meerschaum populär, eine leichte und feinkörnige, weiße Steinart. Er lässt sehr filigrane Formgebungen zu, daher sind viele Meerschaumpfeifen aufwändig dekoriert; oft war es beliebt, den Pfeifenkopf als Gesicht zu gestalten.

Die Alternative zu Meerschaum ist Baumheide (auch als Bruyère-Holz bekannt). Die Wurzeln der Pflanze sind hart und von Natur aus hitzebeständig, was sie zum perfekten Material für Pfeifenköpfe macht. Die meisten modernen Pfeifen bestehen aus Bruyère-Holz, obwohl hitzebeständige Kunststoffe auch beliebt sind.

nicotine history
Segar & Snuff Parlour, Covent Garden, London.

Zigarren und Zigaretten rauchen

Aber Pfeifen sind umständlich. Sie brauchen Wartung, deshalb tragen Pfeifenraucher auch einen Haufen Zubehör mit sich herum. Tonpfeifen waren auch unzuverlässig – sie waren zerbrechlich, und was solltest du tun, wenn deine Pfeife kaputt war?

Eine Antwort auf diese Frage war es, einige getrocknete Tabakblätter zusammen zu rollen, ein Ende in den Mund zu stecken und die andere Seite anzuzünden – eine sehr krude Version einer Zigarre. Diese Konstruktion wurde bis heute immer weiter verfeinert, nun wird zum Beispiel ein hochqualitatives Tabakblatt als Deckblatt benutzt

Zigarren waren einfacher in der Handhabung als Pfeifen, doch weil sie einzeln von Hand hergestellt wurden, waren sie auch teuer. Das traf auch auf die ersten Zigaretten zu, die den Zigarren zwar ähnlich waren, aber ein Papier-Deckblatt statt eines Tabakblattes besaßen. Die meisten Raucher benutzten weiterhin ihre Pfeifen.

Dann tauchte um 1880 die moderne Zigarettenherstellungsmaschine in US-Amerikanischen Fabriken auf. Die Amerikanische Tabakindustrie hatte bis dahin um die 40.000 Zigaretten pro Tag fertigen können, dieser Wert wuchs nun sprungartig auf mehr als 4 Millionen an. Im Jahr 1900 rauchten weniger als 1% der Erwachsenen in Europa und Amerika Zigaretten, doch auch dieser Wert nahm schnell zu. In den 1950ern erreichte der Wert eine Spitze von über 50% und Pfeifen sowie Zigarren waren zu Nischenprodukten geworden. Falls man rauchte, rauchte man höchstwahrscheinlich Zigaretten.

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Ein Problem taucht auf

Leider stellte sich bald heraus, dass Tabak zu rauchen so ziemlich das ungesündeste ist, was man tun konnte. Bis Mitte der 1960er war klar, dass Tabak mit Herzkrankheiten, Krebs und einer ganzen Reihe weiterer gesundheitlicher Probleme in Verbindung stand, und die weltweite Anti-Rauch-Kampagne wurde gestartet. Während der folgenden Jahrzehnte sank die Anzahl an Rauchern immer weiter ab. Das Problem war, dass viele Leute – in den meisten Ländern etwa 20% der Bevölkerung – trotz der Gesundheitsrisiken weiterhin rauchten. Trotz Informationskampagnen, Gesundheitswarnungen und Tabaksteuersätzen, die einem die Tränen in die Augen trieben, pafften sie einfach weiter.

Schließlich überlegte sich ein chinesischer Apotheker namens Hon Lik im Jahr 2002, ob es nicht eine sicherere Methode gab, das zu tun. Seit Jahrzehnten war bekannt, dass Menschen aufgrund des Nikotins rauchten, aber aufgrund des Rauches starben. Hon, selbst ein Raucher, entschied sich, etwas zu erfinden, um das Nikotin ohne die giftigen Chemikalien zu verabreichen, die bei der Verbrennung von so gut wie allem entstehen.

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Das Dampfen ist geboren

Nachdem er mit Ultraschall-Verdampfern experimentiert hatte, kam Hon zu dem Schluss, dass eine einfache, batteriebetriebene Heizspule am besten funktionierte. Sein erstes Gerät ging 2003 in China in den Verkauf und war innerhalb weniger Jahre in Europa erhältlich. Ab diesem Zeitpunkt entwickelte sich die Technologie rapide weiter. Einigen Enthusiasten gefiel das Konzept, doch waren sie der Meinung, dass die ersten Geräte nicht gut genug waren – also entwickelten sie ihre eigenen. Chinesische Firmen bekamen bald Wind davon, entwickelten ihrerseits verbesserte Versionen und vermarkteten sie weltweit.

Jetzt, ein Jahrzehnt nachdem E-Zigaretten im Westen bekannt wurden, hat sich ihre Technologie bereits drei Generationen weiter entwickelt und sich so verändert, dass man sie neben den usprünglichen Modellen nicht mehr wiedererkennt. Verbesserte elektronische Bauteile haben sie durch Innovationen wie Temperatursteuerung sicherer gemacht und auch die Leistung wurde gesteigert.

Technologie – besonders Akkutechnologie und integrierte Schaltkreise – haben die Dampf-Revolution voran getrieben, was eine sehr kreative Branche hervor gebracht hat. Beispielsweise bietet Shoreditch seine E-Liquids durch einen Abo-Service an, der auf einem Web Tool basiert, durch das die Kunden ganz einfach ihre Bestellungen verwalten können. Auch die innovative Verpackung ist so entworfen, dass sie durch den Briefschlitz passt, damit deine Sendung auch dann ankommt, wenn du einmal nicht zuhause bist.

Nach tausenden Jahren des Tabakrauchens haben sich Dampfprodukte als echte Alternative hervorgetan, die Millionen von Nutzern weltweit zusagt. Es wird angenommen, dass sie 95% sicherer als Zigaretten sind und mindestens so effektiv wie die traditionellen Hilfen zur Rauchentwöhnung – und solange es dieser Technologie weiterhin erlaubt ist, sich weiter zu entwickeln, wird sie wahrscheinlich noch sicherer und besser werden.